October 2008


18:35 Uhr:

Ein typischer Tag vor einem Feiertag. Regen, viel Verkehr. Ein typischer Panik-Tag. Alle wollen gleichzeitig in die Stadt und zu den Einkaufszentren, weil ja Morgen ein Feiertag ist und gleich danach ein Sonntag folgt. Zwei (!) Tage lang nix einkaufen! Ach herrje! Dadurch hat es ständig länger gedauert, bis wir mit den Fahrten fertig waren. Dadurch bin ich nicht wie sonst, z.B. zum Lesen gekommen. Den Kaffee hatte ich klugerweise eh in einer Thermoskanne im Auto. :) Wenigstens ist durch die fast ständige Beschäftigung die Zeit schneller vergangen. Zumindest hatte man das Gefühl, dass die Zeit schneller vergeht, denn in Wirklichkeit vergeht ja die Zeit immer gleich schnell, oder sollte ich schreiben: gleich langsam?

Zum Drüberstreuen durfte ich um drei Uhr nachmittags zum Flughafen Laibach nach Brnik fahren. Und da auch in Slowenien das Wetter regnerisch war, dauerte die Fahrt lang genug, dass sie zu meine letzten des Monats Oktober wurde.

Nicht so toll war allerdings das Verhalten mancher Verkehrsteilnehmer. Vor allem auf die Fußgänger musste man genau aufpassen. Aber auch mach anderer Autofahrer war riskant unterwegs.

21:07 Uhr:

Die Tage werden kürzer, die Blätter liegen haufenweise am Boden, die Bäume werden immer kahler. Obwohl ich mehr der Sommermensch bin, gefällt mir diese Zeit im Jahr immer besser. Es ist allerdings noch nicht allzu kalt. Die schwierigste Umstellung für mich ist jetzt, dass ich arbeiten anfange, wenn es finster ist und dass ich aufhöre, wenn es finster ist. Wenigstens bin ich während meiner Schicht im Freien unterwegs.

19:11 Uhr:

Es gibt sie doch noch, die unehrlichen Menschen.

Eigentlich hat meine Schicht heute morgen gut angefangen. Ich musste nicht lange warten, bis der erste Kunde zu mir am Standplatz kam. Es war auch gleich eine 9-Euro-Fahrt. Und als ich zurück war am Standplatz, dauerte es nicht lange, bis der nächste kam. Der wollte auch gleich in einen Ort, der ca 11, 12 Kilometer von Villach entfernt liegt. Was er aber nicht sagte, war, dass er nicht vor hatte, diese Fahrt zu bezahlen! In besagtem Ort angekommen, er wollte zur örtlichen Sparkasse, bekam ich einen Anruf meiner Kollegin, als ich auf den Parkplatz neben der Sparkasse hielt. Noch während dem Telephonat stieg meine Kundschaft aus. Ich dachte, er wird zum Eingang gehen, um Geld zu beheben. Als das Gespräch beendet war, steig ich aus, um nachzusehen, wo denn der junge Herr geblieben war. Als ich zum Eingang der Sparkasse ging, war von ihm keine Spur mehr zu sehen. Nach einer Weile des Abwartens, ob er vielleicht DOCH noch auftauchen würde, des Ärgerns wegen meiner Unachtsamkeit und dem aufsteigenden Groll ob der Dreistigkeit dieser Aktion, furh ich wieder nach Villach. Es blieb mir ja auch nichts anderes Übrig. Ich hatte nichts, was ich bei einem eventuellen Besuch eine rPolizeistation angeben könnte, wenn ich der Polizei von meiner misslichen Lage erzählen würde. Ich hatte nur eine vage Beschreibung der Person.

Es ist nun mal passiert und das nächste Mal werde ich vorsichtiger sein und überhaupt in Zukunft bei weiteren Fahrten bereits vor der abfahrt kassieren.

Später, am Vormittag, hatte ich eine Fahrt mit einer regelmäßigeren Kundschaft, eine ältere Frau mit ihrer Enkelin, die nur einen 500-Euro-Schein mit hatte. Zum Glück standen wir gleich in der Nähe eines Lokals, dessen Besitzer Stammkunde bei uns ist. Er konnte auch glatt den 500er wechseln.

Am Nachmittag mussten wir uns am Standplatz noch mit ein paar sturen Falschparkern herumärgern, die sich trotz unserer Aufforderungen, sich NICHT dort hinzustellen, ihre Fahrzeuge am Taxistandplatz abstellten.

18:34 Uhr:

Ein eigenartiger Tag war das heute. Obwohl nichts los war (ich hatte grad mal 51 Kilometer zu Dienstschluss) war es heute weniger langweilig, als z.B. am Samstag. Abwechslungsreich gemacht wurde die heutige Schicht allerdings durch einen Reifenwechsel, den ich durchführen musste, da ich mit dem linken Vorderrad über einen Randstein fuhr. Obwohl ich langsam drüber fuhr, reichte es aus, um in zu beschädigen. Es dauerte fast eine Stunde, bis ich alles erledigt hatte, da ich auf den Ersatzreifen warten musste. Zum Glück war nicht viel los, da wir nur zu dritt waren und einer meiner Kollegen mir den Reifen mitsamt Felge vorbei brachte.

20: 34 Uhr:

Die heutige offizielle Trauerfeier für den vor einer Woche verstorbenen Dr. Jörg Haider hat scheinbar sehr viele beschäftigt. Ich habe heute zwei Stunden früher zu arbeiten aufgehört, da absolut nichts los war. Auch die Stadt (Villach) war sehr ruhig. Am Nachmittag sind weniger Leute, sowohl zu Fuß als auch mit dem Auto, unterwegs gewesen.

Die kollektive Anteilnahme am Tod des Landeshauptmannes ist fast unheimlich. Durch seine ständige Präsenz kommt es einem so vor, dass man ihn gut gekannt hat, auch wenn man ihn nie persönlich getroffen hat. Ich bin ihm nur einmal kurz begegnet, bei einem Heimspiel des Villacher Eishockeyvereines. Dort hat er mir zur Begrüßung die Hand gegeben. Das wars dann aber auch schon. Sonst hatte ich mit ihm nie etwas zu tun. So wird es sicher vielen gehen und DOCH ist die Anteilnahme so groß.

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